Mut, Komfortzone verlassen

Der Fisch in der Astgabel

Kennst du die Geschichte vom Fisch in der Astgabel?
In einer Astgabel hoch oben im Baum.
Dort lebt ein kleiner Fisch. Diese Astgabel ist gefüllt mit Wasser.
Darin schwimmt der Fisch und fühlt sich pudelwohl.
Er hat genügend Platz.
Er kann sich bewegen.
Er kann seinen Aufgaben nachgehen.
Er ist zufrieden.
Er hat Freunde.

Doch eines Tages merkt er, dass er immer träger wird.
Irgendetwas stimmt nicht.
Er bekommt schlecht Luft.
Hat kaum noch Lust morgens aufzustehen.
Bewegen macht keinen Spaß mehr.
Alles was er tut, ist schwerfällig, anstrengend, führt nicht zum Ziel.

Seine Freunde trösten ihn.
Das wird schon wieder.
Du musst Dich vielleicht ausruhen.
Möglicherweise strengst Du Dich nicht genug an?
Hast Du dieses probiert und jenes versucht?
All die vielen guten Ratschläge saugt der Fisch auf wie ein Schwamm.
Probiert sie aus..

…und…

…scheitert.

Da der kleine Fisch an zu überlegen:
Liegt es an mir?
Was mache ich nur falsch?
Das kann doch nicht schon alles gewesen sein?
Was soll ich nur machen?
Wie soll das nur weiter gehen?

Seine Laune und seine Motivation sinken immer weiter.
Seine Gesundheitszustand verschlechtert sich täglich.

Eines Tages wacht er morgens auf und siehe da alles ist wieder gut.

Er fühlt sich wieder pudelwohl.
Seine Gesundheit kommt zurück.
Er geht seinen Aufgaben nach.
Freut sich seines Lebens.
Alles was er tut, führt zu einem Ergebnis.

Seine Freunde bestärken ihn.
Siehst Du. Sagen sie. Du kannst es doch.

Bis zu dem Tag, an dem er merkt, dass er sich eingeengt fühlt, sich schlechter bewegen kann, kaum Luft bekommt und alles, was er tut ergebnislos, aber anstrengend ist.

Diesmal denkt er sich: „Okay. Jetzt mache ich es gleich richtig und reiße mich zusammen. Es wird schon wieder gut. Das hat schließlich schon einmal geklappt.
Ich muss mich nur genügend anstrengen. Ich muss nur fleißig weiter mit meinen Flossen schlagen, dann komme ich auch voran.“

Diesmal erzählt er seinen Freunden nichts. Sie würden ihn zwar anfeuern, aber irgendwie scheinen sie nie solche Schwierigkeiten wie er zu haben.

Da melden sich leise Zweifel.
Vielleicht bin ich nicht so gut, wie alle sagen.
Vielleicht hab ich nicht genug Kraft. Bin nicht der richtige für diese Aufgabe.
Vielleicht reicht es nicht, was ich kann.

Und er will schon resigniert aufgeben, da blitzt etwas über ihm auf.
Als er gerade dachte, er hätte es sich nur eingebildet, blitzt es wieder.
Und wieder.
Aber es ist kein Blitzen von oben. Nein.

Es kommt von unten. Dieses Blinken und Blitzen scheint ihn zu rufen.
Immer wieder ist es da.
Immer dann, wenn er sich in sein Elend ergeben möchte.

Mit letzter Kraft schaut er, wo es herkommt. Seltsam. Er sieht es über sich. Er sieht es neben sich. Aber nirgends ist die Ursache sichtbar.
Das lässt ihm keine Ruhe.

Noch einmal nimmt er all seine Kraft zusammen. Stemmt sich auf die Flossen und schaut über den Rand.
Dort unten blitzt und blinkt es unentwegt.
So, als ob es ihm etwas sagen möchte.
Wunderschön sieht es aus.
Allein das zuschauen tut ihm schon gut.

Dann plötzlich hört das Blitzen auf.
Es fängt an zu regnen.

Er fühlt sich wieder wohl und macht weiter wie zuvor.
Beim nächsten Mal.
Beim nächsten Mal, wenn es ihm wieder schlecht geht, dann schaut er sich das Blitzen und Blinken nochmal genauer an.

Das nächste Mal kommt. Schneller als ihm lieb ist.
Sehnsüchtig schaut der Fisch dem Blinken zu und überlegt, wie es sich anfühlen würde, selbst Teil davon zu sein. Er denkt darüber nach, dieser Sehnsucht nach dem Glitzern nachzugeben und einfach alles hinter sich zu lassen.
Aber nein.
Viel zu unsicher.
Also bleibt er.
Hält aus.
Erträgt.
Bis es wieder regnet und alles wieder gut scheint.
Seine Gesundheit scheint mit jedem Mal anfälliger zu werden.
Aber schließlich wird er ja auch älter. Seine Freunde kennen es auch – er ist also nicht allein. Scheint normal zu sein.

Es wird wärmer.
Die Sonne scheint.
Und je öfter sie scheint, desto schlechter geht es dem Fisch.
Das Wasser in der Astgabel verdunstet.
Es ist kaum noch vorhanden.
Erst jetzt fällt es ihm auf. Je länger die Sonne scheint, desto schlechter geht es ihm.
Dafür glitzert es um ihn herum immer mehr.
Immer verführerischer.
Je schlechter es ihm geht, je enger es um ihn herum wird, je größer der Druck, umso größer wird die Sehnsucht nach dem Glitzern. Er fängt an zu träumen…

Und als er merkt, dass er nichts mehr zu verlieren hat, weil das Wasser fast weg ist und er unweigerlich sterben würde, trifft er einen lebensverändernden Entschluss.

Er beschließt dem Ruf des verführerischen Blinken nachzugegeben. Klettert mit letzter Kraft auf den Rand der Astgabel und springt…

… geradewegs…

… in den Fluss unter dem Baum.

Sofort geht es ihm besser.
Er kann Atmen.
Hat Platz zum Bewegen.
Jeder Schlag seiner Flossen bringt ihn vorwärts in genau die Richtung, in die er will.

Er trifft plötzlich auf Fische wie ihn selbst.
Sie sind einfach da. Reden mit ihm.
Kümmern sich um ihn.
Motivieren ihn und feuern ihn an.

Doch das müssen sie gar nicht.
Alles ist plötzlich so leicht und selbstverständlich.

Anstrengung?
Nur noch, um noch schneller voran zu kommen oder neues zu entdecken.

Wie ein Fisch im Wasser.
So angekommen fühlt sich der kleine Fisch aus der Astgabel nun.

Manchmal noch denkt er darüber nach, wieso er eigentlich so lange gezögert hat, zu springen.
Wieso er sich so lange der Enge und Kontrolle der Astgabel ausgesetzt hat.

Da fallen ihm seine Freunde wieder ein.
Er wollte sie nicht verlieren.
Sie haben ihm soviel Unterstützung gegeben.
Immer wenn er sich unwohl gefühlt hat, waren sie da.

Erst jetzt fällt es ihm auf.
Sie sehen alle ganz anders aus als er.

Er trifft sie nun nicht mehr jeden Tag.
Aber wann immer er an den Rand des Flusses schwimmt können sie beisammen sein.
Der Vogel. Das Eichhörnchen. Die Raupe. Der Schmetterling.

Doch da war noch was, das ihn zurückhielt.
Es war einfach nicht schlimm genug.
Immer wieder hatte es rechtzeitig geregnet und die Astgabel unter Wasser gesetzt. Seine Freunde haben ihm beiseite gestanden, ihn angefeuert durchzuhalten. Sie haben ihn daran erinnert, wie gut er es doch eigentlich hat.
Es war ein Kreislauf, aus dem es kein Entkommen zu geben schien.

Und dann war da die Angst.
Angst davor, etwas aufzugeben was er kannte und auch irgendwie mochte.
Für etwas Unsicheres. Unbekanntes.

Wie dumm er doch war…
Heute weiß er, dass er ein Fisch ist und in seinem Fluss tatsächlich all seine Fähigkeiten einsetzen kann.
Es war die beste Entscheidung seines Lebens, die Astgabel für das Ungewisse zu verlassen. Denn jetzt führt er ein viel besseres Leben.
Und wer weiß.
Vielleicht folgt er dem Fluss ja auch bis zum Strom und dann zum Meer und wieder zurück.
So wie es ihm beliebt.
_________________

Du fühlst Dich auch manchmal wieder Fisch in der Astgabel?
Du würdest gern wissen, wer Du bist und was Du brauchst, damit Du mit weniger Anstrengung bessere Ergebnisse erzielst?
Wenn Du nicht warten möchtest, bis es fast zu spät ist oder Dir richtig schlecht geht, dann unterstütze ich Dich gern dabei, für Dich beruflich Klarheit zu finden.
Dafür gibt es im Juni Engineer Your Job. Mehr dazu findest Du hier.

Vertraulich und unter 4 Augen und Ohren gibt es das natürlich (für eine andere Investition) auch. Melde Dich bei mir am besten per E-Mail (info@klaudia-spielmann.de) und wir finden den genau zu Dir passenden Weg in DEINEN Lebensfluss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.