Vision, Idee, eigentlich möchte ich, was ist möglich, weitblick

Eigentlich sollten Sie dieses Wort streichen…

„Kannst Du das bitte für mich übernehmen?“ – „Eigentlich nicht.“
„Eigentlich müsste ich unbedingt noch … erledigen.“
„Wenn ich so darüber nachdenke, ist mein Leben eigentlich doch ganz okay.“

Ein tolles Wort mit verzwickter Wirkung.

Das Wort „eigentlich“ ist in aller Munde. Regelmäßig wird es in seinen unterschiedlichsten Bedeutungen genutzt.
Geradezu verschwenderisch. Das arme Wort. Kein Wunder, dass es anfängt, sich zu wehren. Wir merken es oft nicht einmal.
Am harmlosesten ist es noch in Sätzen wie „Wann hast Du eigentlich mal wieder Zeit?“ oder „Was wird das eigentlich?“. Denn hier ist es leicht durch das Wort „überhaupt“ zu ersetzen. Aber es deutet sich schon an. „Eigentlich“ versteckt und übertüncht etwas. Verschleiert die Wirklichkeit, den wahren Grund, den tatsächlichen Auslöser.
Es ist ein Lückenbüßer, ein Ersatz für etwas viel Größeres, vorgeschoben vor etwas Unaussprechliches. Wie Duftbaum im Auto, Concealer im Gesicht oder Sonnenbrille auf den Augen. Ein bisschen anders als tatsächlich eben. Komfortzone verlassen? Ooch nö. So schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Was genau löst es aus?

Zwischen den Zeilen steht eine andere Realität beim Einsatz des Wortes. Zwei Dinge passen einfach nicht zusammen. Meistens das was das Auge sieht zu dem was die Erfahrung uns bisher gelehrt hat. Wenn wir fragen: „Was machst Du da eigentlich?“, denken wir zusätzlich: „Das passt für mich nicht zusammen. Es ist unlogisch für mich.“
Wenn wir mit „Eigentlich nicht.“ antworten, haben wir in Wirklichkeit eine viel verlockendere Alternative. Aber es hält uns etwas (meistens unser innerer Berater) davon ab, diese laut auszusprechen. Gleichzeitig sind wir natürlich neugierig und wollen möglichst nichts verpassen. Ein Dilemma, das vermeintlich durch das Wort „eigentlich“ gelöst wird. „In Wirklichkeit möchte ich etwas anderes. Aber wer weiß, ob das gleich noch meine Wirklichkeit ist?“
Tatsächlich ist es aber so, dass wir uns damit das Leben selbst oft noch schwerer machen. Es gibt schon wieder eine neue Option – dabei hatten wir uns bereits entschieden. Wir fangen wieder an zu schwanken, neu abzuwägen, zu überdenken. Wir kommen aus unserem Konzept, werden unsicher, blockieren uns. Genau das, was wir eigentlich verhindern wollten.

Keine Angst, es gibt Alternativen.

1. Am besten funktioniert alles, wenn Sie ein Ziel, eine Vision haben. Sie also wissen, was Sie wollen (und auch was Sie NICHT wollen). Diese Vision ist der Leitstern, dem sich alles andere unterordnet – wie von selbst. Vorausgesetzt, es ist tatsächlich Ihr Lebensziel, Sie haben es bewusst und unterbewusst korrekt verankert und wollen es wirklich. Wie das funktioniert, erfahren Sie demnächst hier im Blicköffner.

2. Schneller und ohne große Vorarbeit können Sie folgendes tun. Wenn Sie im Gespräch mit jemandem oder sich selbst, das Wort „eigentlich“ vernehmen, dann fragen Sie ab sofort: „Und uneigentlich?“
Ja, dieses Wort gibt es tatsächlich im Deutschen Duden. Es wird keineswegs nur umgangssprachlich verwendet. Das „uneigentlich“ verwirrt kurz, regt zum Nachdenken an. Denn es ist ein selten verwendetes Wort. Wir sind es nicht gewöhnt. Das kurze Nachdenken bewirkt eine Verlagerung des Gehörten ins Bewusstsein – vor allem, wenn wir uns einer Standardfloskel bedienen wollten. Dadurch erhalten Sie – zumindest von sich selbst – eine Antwort, die die tatsächliche Entscheidung oder Wirklichkeit widerspiegelt. Sofern Sie den Mut haben, Sie auch zu denken oder auszusprechen.

3. Selbstverständlich dürfen Sie das Wort auch ganz aus Ihrem Wortschatz streichen. Dann aber bitte aus dem aktiven und passiven. Wenn Sie nämlich das Wort nicht mehr sprechen, aber immer noch denken, haben Sie wenig erlangt. Denn unterbewusst wirkt es weiter. Eine vollständige Streichung ist nicht nur relativ schwierig, sie ist auch ein harter Schritt.

Jedes Wort hat seine Berechtigung. Verwenden Sie es am besten dort, wo es hilfreich ist. Dazu gehört, sich bewusst zu werden, wann und in welcher Form Sie das Wort verwenden, eventuell Alternativen zu finden und den Mut aufzubringen, zu Ihren Entscheidungen zu stehen.

Jetzt sind Sie dran.

In welchen Situationen verwenden Sie das Wort „eigentlich“?
Welche Auswirkungen spüren Sie an sich bei der Verwendung des Wortes?
Gibt es für Sie andere wirksame Alternativen?

Ich freue mich auf Ihre Meinung.
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