2018 – Rückblick Teil 2

Schön, dass Du wieder mitliest.
Teil 1 hörte mit dem überaus ereignisreichen April aus. Falls Du es noch nicht gelesen hast, dann schau hier.
 
Nur eine Woche nach dem genialen Wochenende in Wien, riss es mich ein zweites Mal auf den Boden der Tatsachen zurück.
 
Nein.
Weiter runter.
So richtig runter.
 
Meine Oma starb.
 
Das ist jetzt nichts Aussergewöhnliches mit fast 87 Jahren und irgendwie absehbar.
Was es so schmerzhaft macht, ist etwas anderes.
Meine Oma hat mich die ersten Jahre großgezogen und auch danach waren wir Enkel immer alle nachmittags bei ihr.
Sie war also mehr als eine Oma. Eher eine zweite Mama für mich.
 
Boom.
Knall.
Aufprall.
 
Zum Glück war es möglich, bei der Beisetzung dabei zu sein. Zurück zu blicken in Dankbarkeit und sie auf ihre letzte Reise gehen zu lassen.
Zum Glück, waren die Lehrerinnen der Kinder so verständnisvoll und gaben ihnen frei, um sich von der Uroma zu verabschieden. Das ist leider nicht selbstverständlich.
 
Bei der Beerdigung sah ich meinen Vater nach einem Monat wieder. Klar war, dass er viel schlechter drauf ist als er vorgab.
Dennoch war er entschlossen, den geplanten Groß-Familienurlaub Mitte Mai mitzumachen.
Und das tat er. Die Woche war toll.
So wie meistens, wenn alle aus unserer Familie beisammen sind.
Anstrengend, aber abwechslungsreich, lustig, entspannt – wirklich toll.
Denn das, was wir uns schenken, ist Zeit.
Und für uns sind diese Urlaube gesetzt.
Jedes Jahr.
Eine Woche.
Alle Geschwister mit Familie und unsere Eltern.
Egal, wo wir gerade leben.
Und wir leben SEHR verstreut… Aktuell ist die kürzeste Strecke 300 km…
 
Also, in diesem Urlaub wurde mir klar, dass ich auch bei meinem Vater mit allem rechnen durfte.
Denn er lachte kaum noch. Macht keine Späßchen mehr. War bei vielen Ausflügen einfach nicht dabei, weil es zuviel für ihn war.
Also fing ich an, ALLE Optionen in Betracht zu ziehen.
Nicht, dass ich mich schon seit mehreren Jahren mit allen Aspekten des Lebens beschäftige und der Tod da mit dazugehört…
Dennoch ist so ein Entschluss, sich auf den Tod eines der wichtigsten Menschen in deinem Leben vorzubereiten, emotional anstrengend.
 
Das war der Moment, an dem meine berufliche Entwicklung stagnierte.
Meine wunderbaren Klienten waren da und ihre Erfolge beflügelten auch mich.
Dennoch war ich durcheinander und das merkte ich vor allem, wenn es um neue Klienten und Ideen ging. Geschäftlich fuhr ich also alles herunter und arbeitete nur noch mit meinen tollen Klienten daran, ihr Leben auf ein neues Level zu heben. All die kleinen nervigen Dinge hinter sich zu lassen. Der Entschluss war schwer, aber genau richtig.
Die Konzentration lag also darauf, so gut wie möglich meine Eltern zu unterstützen. Da meine Mutter noch arbeitete und mein Vater jegliche Hilfe von außen ablehnte, entschieden wir Kinder, ihn tagsüber zu versorgen. Dafür zu sorgen, dass er aß, an die frische Luft ging, sich bewegte, Abwechslung hatte, zum Arzt kam und sich nicht in seine Gedanken vergrub. Das bedeutete, dass jeder von uns seine Familie, die Arbeit, die eigenen Aufgaben verließ, um eine Zeit lang in die Heimat zurück zu kehren.
 
Im Juli war ich dran.
Die Kinder hatten Ferien und waren kurzfristig bei den Schwiegereltern untergekommen.
 
Diese Woche war wohl die emotionalste meines Lebens. Es war Nähe und Distanz. Freud und Leid. Erkenntnis und Ablehnung. Gefühlt war es alles auf einmal.
Für meinen Vater führte diese Woche zu der Erkenntnis, dass er in seinem Leben alles erreicht hat, was er erreichen wollte. Auch wenn noch so viele Träume umgesetzt werden wollten. 
Für mich, dass mein Vater sich entschieden hat, seine Familie bis zum Schluss zu schützen und ich keine andere Wahl habe, als seine Entscheidung zu akzeptieren.
Wie auch immer ich sie finde.
Wieviele Wege ich auch immer kenne, ihm zu helfen. Es ist seine Entscheidung, diese anzunehmen und die damit verbundenen Dinge zu TUN.
 
In dieser Woche wusste ich, dass alles, was mein Vater seit April zu uns, seiner Frau und seinen Kindern, gesagt hatte, Schonkost gewesen war. Dass niemand von uns wirklich wusste, was er dachte, was wirklich mit ihm los war. Mir wurde klar, wieviel mein Vater in seinem Leben geopfert hatte – für andere.
Aber es war auch die Woche, in der ich meinen Frieden fand. Denn wir hatten uns in dieser Woche alles gesagt. Das Gute und das Schlechte. Das, was wir aneinander mochten und das, was uns nervte.
Zwischenzeitlich dachte ich, so redet man nicht miteinander, wenn man sich nahe steht und sich liebt.
Aber genau das ist notwendig, damit jeder weiß, woran er ist beim anderen.
Mir war das vorher schon bewusst, aber wirklich klar wurde es mir erst in dieser Woche.
 
Eine Woche später begann unser Sommerurlaub. Er war keine 3 Tage alt, als mein Vater verstarb im Beisein seiner Kinder. Bis zum Schluss war er der Herr über seine Entscheidungen, so wie er es wollte.
 
Der August war also ein weiterer “auf-den-Boden-zurück-hol-Monat”.
Es war eigentlich unser Urlaubsmonat… 4 Wochen nur für uns. Dort sein, wohin uns der Wind weht. Nach aller Organisation  – und ja, das ist echt verdammt viel – blieben uns noch 14 Tage bis zur Beisetzung. Also starteten wir. Ich wusste meine Mutter gut versorgt und unsere Kinder sowie mein Mann freuten sich auf Zeit mit mir. Die war tatsächlich sehr zu kurz gekommen.
Unsere Auszeit war wunderschön, entspannend, aufregend, ereignisreich, interessant, ruhig… Es war alles, was wir uns vorgestellt hatten, aber eben doch anders.
So wie alles anders ist seitdem.
 
Warum erzähle ich Dir das alles?
Weil es dazu gehört.
Weil es mich geprägt hat.
Weil es meine Art, die Dinge zu sehen, verändert hat – nochmal.
Weil es wichtig ist, dass auch Du das Ende im Kopf hast! Immer.
 
Im September ging es um den Schulstart unserer Jüngsten. Das erste Mal “ohne”.
Und es ging um meine Mutter. Wir hatten bereits gemeinsam mit meinem Vater ihren runden Geburtstag geplant. Es sollte eine Überraschung sein. Sie wusste von nichts.
Wir entschieden, dass alles wie geplant stattfindet. Mussten aber natürlich unserer Mutter – anders als geplant – davon erzählen. Denn der Lockvogel war nun ja nicht mehr da.
Es war trotz allem eine wunderbare Überraschung und meine Mutter hat ihren Ehrentag sehr genossen.
Der September war in verschiedener Hinsicht ein Neuanfang… Für  meine Mutter, für meine Tochter und auch für mich. Denn ich entschied mich, mir einen Coach an die Seite zu holen. Jemand, der verdammt ehrlich ist zu mir. Und der mich fordert.
Puh.
Es hat gewirkt. Auch wenn ich noch nicht wieder 100% klar bin, so waren die letzten 3 Monate des Jahres doch inspirierend.
Es kamen wunderbare neue Klienten hinzu. Erfolge wurden gefeiert.
Neue Leute kennengelernt. Ideen geschmiedet.
 
Neue Anfragen für Vorträge erreichten mich. Menschen, die mich kennen und wissen wie ich arbeite, fragen erneut nach Vorträgen, Workshops, Seminaren. Das freut mich jedes Mal sehr und überrascht mich gleichzeitig.
Denn – schon wieder lass ich die *Hosen runter* – ich hadere noch immer mit mir. Ein wunderbarer Glaubenssatz, der mich schon sehr lange begleitet: Als Mädchen macht man das nicht. Und wenn, dann nur einmal und dann nie wieder.
Ja, es war ein anderer Kontext und ja, es blockiert mich bei weitem nicht mehr so, wie es das mal tat. In Situationen, in denen ich Dinge “noch einmal” tun darf, merke ich, dass es noch irgendwo schlummert…
Vielleicht schützt es mich auch davor, abzuheben und überheblich zu werden.
*Hose wieder hoch*
 
Das ganze Jahr über hatte ich den Wunsch, ein Webinar zu halten. Ich hatte die Software, kannte mich aber nicht damit aus.
Dann lernte ich jemanden kennen, die genau diese Software vorstellte und richtete alles ein.
Das war der Startschuss. Mein erstes Webinar sollte kommen.
Und dann klappte es nicht. Es war zum Verzweifeln.
Ich bekam einfach die Verknüpfungen nicht hin, die während der Einrichtung noch einwandfrei funktionierten.
Also schob ich es doch wieder.
Ärgerte mich.
Sprach mit meiner Erfolgspartnerin und entschied im Dezember kurzfristig, dass es jetzt reicht. Setzte den Termin für das erste Webinar 5 Tage später fest und tatsächlich waren einige Anwesend.
Welch Überraschung.
Das beste waren auch hier die Rückmeldungen.
Es kam verdammt gut an. Puh.
Und das, obwohl ich es nicht so gehalten hatte, wie es sein sollte.
Eigentlich sollte es Folien, also eine Präsentation geben. Ich habe dagegen mittlerweile eine Allergie… Vermutlich aus 17 Jahren Konzerntätigkeit entwickelt…
Jedenfalls waren diese Folien mit ein Grund – neben der Systemthemen – das Webinar auszuschieben.
Nun blieb mir nichts anderes übrig, als irgendwas zu tun. Also erstellte ich alle notwendigen Seiten für die Anmeldung, bastelte drei notwendige Folien und hielt das Webinar.
 
Das war ein wunderbarer Abschluss.
Denn es hat dazu geführt, dass ich einiges für dieses Jahr verändern werde.
 
2018 sei das Jahr der Ernte, habe ich im Jahr davor gelesen. Ich konnte es nicht glauben. Rückblickend betrachtet war es das. Auch wenn die Ernte in den verschiedenen Bereichen anders ausfiel als gewünscht oder erwartet.
2018 war das bislang aufregendste Jahr – und ich hatte schon einige. Es hatte emotional die höchsten Ausschläge in beide Richtungen.
Noch in keinem Jahr bin ich persönlich so sehr gewachsen wie in 2018.
Es ist soviel erinnerungswürdiges passiert, dass ich – trotz aller Geschehnisse – 2018 als mein bislang bestes Jahr bezeichne!
 
Für mich hat sich letztes Jahr soviel gefestigt, bestätigt, neu sortiert und gerade gerückt, dass ich mich auf 2019 freue. Und ja, auch dieses Jahr wird einiges bereithalten, womit ich nicht rechne. Das ist genau richtig.
Denn ich will wachsen. Ich will mich weiterentwickeln. Ich will dieses Leben zu meinem Besten machen!
Und ich möchte, dass jeder sieht, was er selbst tun kann, um sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und so zu gestalten, wie er/sie es sich vorstellt.
Das es möglich ist, habe ich letztes Jahr an mir und meinen Klienten gesehen. Was es in letzter Konsequenz bedeutet durfte ich ebenfalls erleben.
 
2018- Danke für alles! Du hast mir soviel Klarheit verschafft!
2019 – ich freu mich auf Dich! Mein Plan steht. WIE es funktioniert – noch keine Ahnung!

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