1000 Möglichkeiten und KEINE Wahl

Noch nie hatten wir soviele Möglichkeiten.
Soviele Optionen.
Noch nie hatten wir solche Schwierigkeiten, uns zu entscheiden.

Das Problem

Jeder kann alles tun oder lassen. Kann alles werden. Alles erreichen.
Die Flut an Informationen ist überwältigend.
Jedes erdenkliche Wissen ist verfügbar.
Für jeden. Zu jeder Zeit.
Das gab es so noch nie.
Weder die Menge an Informationen, noch die Freiheit, diese für sich zu verwenden.
Es gibt immer seltener nur einen logischen Weg. Also müssen wir uns immer häufiger und auch deutlich früher entscheiden.

Wie es mal war

Entscheidungen wollten früher sehr wohlüberlegt sein, denn sie hatten enorme Auswirkungen auf den Rest des Lebens.
Es gab eine klare Schulzuweisung und die prägte bereits einen Teil Deines weiteren Weges. Die erste echte Entscheidung trafst Du nach der Schule. Wenn Du Dich für einen handwerklichen Beruf beworben hattest, war es unwahrscheinlich, dass Du anschließend noch studierst. Es war vielmehr klar, dass Du in dem Betrieb bleibst und Dich dort vielleicht weiterentwickelst. Wenn Du möchtest. Eine Entscheidung ließ Dich quasi automatisch in eine Richtung “rutschen”. Du konntest da recht unkompliziert auch ohne Entscheidung auskommen.

Wie es heute ist

Heute beginnt die Entscheidung bereits mit der Wahl des Kindergartens bzw. Schule. Welche ist die Beste? Welche fördert optimal, damit später keine Nachteile entstehen? In welcher Einrichtung kann das Kind sein Potenzial, seine Neigungen und Fähigkeiten zur Gänze entwickeln und ausleben. Gleichzeitig ist es total normal, zwischen den Schulzweigen zu wechseln, nach dem Abschluss an der einen Schule noch einen höheren Abschluss nachzulegen.
Den EINEN Weg? Gibt es nicht. Es gibt VIELE.
Es ist in Ordnung, Dinge auszuprobieren, abzubrechen und neu zu beginnen. Sich weiterzuqualifizieren ist keine Wahl mehr, sondern vielmehr ein Zwang. Aber in welche Richtung?
Was ist die richtige zukunftssichernde Fähigkeit, die ich lernen sollte, um nicht auf dem Abstellgleis zu landen?
Die (Arbeits-)Welt entwickelt sich in einem enormen Tempo und jeder, der nicht ein wenig Interesse daran zeigt, wird abgehängt.

Warum wir keine Wahl haben

Warum sonst landen immer mehr in der “höher, schneller, weiter”-Falle und verbrauchen sich selbst. Brennen aus. Stellen sich selbst aus dem Spiel.
Wir haben keine Wahl, wenn wir weiterhin Teil des Ganzen sein wollen. Dann müssen wir uns weiterentwickeln. Komme, was da wolle.
Die Zeiten sind super dafür. Du hast die Wahl auf Deine Weise, in Deinem Tempo und in der selbst gewählten Tiefe Dich zu entwickeln. Du allein hast es in der Hand.
Und da kommt das nächste Problem.
Die wenigsten haben tatsächlich gelernt, Entscheidungen zu treffen, die für sie selbst sinnvoll sind und gleichzeitig gesellschaftlich tragbar.

Die Herausforderung

Du hast also 1000 Möglichkeiten und keine Wahl. Du musst eine Wahl treffen. Kannst es aber nicht. Stehst also am Ende ohne eine Entscheidung da. Hast nicht gewählt.
Weil Du nicht weißt, wie sich Deine Umgebung entwickeln wird. Wie Du Dich entwickelst. Wie Dein Umfeld.
Es gibt wenig verlässliche Prognosen. Denn Prognosen nutzen Daten aus der Vergangenheit – genau wie unser Gehirn bei Entscheidungen.
Vor einigen Jahren war das vielleicht noch einigermaßen korrekt. Aber heute?
Es geht also darum, die Möglichkeiten nicht nur zu kennen, sondern auch bewusst für sich zu wählen. Damit Du Dich selbst nicht aufhältst.

Das kannst Du tun

Dabei ist es wichtig, das Wesen von Entscheidungen zu kennen. Sie sind selten so endgültig und umumkehrbar wie sie scheinen. Was aber kannst Du nun tun?
1. Werde Dir bewusst darüber, dass die Möglichkeiten sich immer weiter einschränken, je weiter Du Deine Wahl aufschiebst.
2. Mache Dir klar, dass Du eine Entscheidung treffen MUSST, wenn Du wirklich das Beste für Dich (oder jemand, etwas anderes) möchtest.
3. Schaue Dir Deine Möglichkeiten an. Stelle sicher, dass Du auch ungewöhnliche mit einbeziehst.
4. Sammle Informationen und Erfahrungen.
5. Wähle!

Und in dem Moment Deiner Wahl, gehe den Weg für den Du Dich entschieden hast. Solange, bis Du merkst, dass er nicht mehr richtig gut passt. Du Dich nicht mehr wohlfühlst. Es anstrengend wird. Dann beginne von vorn und entscheide Dich neu.

Entscheidungen werden im Übrigen immer in Unsicherheit getroffen. Immer. Es gibt keine, bei der es anders ist.
Nur, für den Fall, dass Du ein ebenso großer Sicherheitsjunkie bist wie ich.

Wenn Du für Dich unsicher bist, was für Dich richtig ist. Du vielleicht einfach allein nicht weiterkommst und die Hinweise Deiner Familie und Freunde Dich kein bisschen weitergebracht haben, dann kann ich Dich vielleicht dabei unterstützen, DEINE Entscheidung zu fällen. Die sich gut und sicher anfühlt. Zu der Du stehst und die Dich an Dein Ziel bringt.
Schreib mir eine Mail an info@klaudia-spielmann.de mit Deiner Herausforderung und dem Betreff: Entscheidung.

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Christoph
27. Mai 2019 15:50

Toller Artikel. Sehr anschaulich wird aufgezeigt, wie man sich immer und immer wieder vor neuen Entscheidungen fühlt.
Zugleich Mut machend, um Dinge einfach mal auszuprobieren und nicht ständig zu denken, dass jede Entscheidung “in Stein gemeißelt ist”. Lieber eine Entscheidung treffen und ggf. revidieren, als gar keine Entscheidungen zu treffen.

Antworten

    Vielen Dank für Deine Meinung, lieber Christoph. Es freut mich sehr, dass der Artikel Dir Impulse geben konnte, ein wenig mutiger mit Entscheidungen umzugehen. Viel Spaß beim Ausprobieren. Ich bin sehr gespannt auf Deine Erfahrungen!

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